Lana Grossa
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Jubiläum des Monats

25 Jahre CASA LANA in BIBERIST (CH)

25 Jahre Casa Lana, Biberist (Eröffnung 29. 03. 1996)

Monique Rohner – Stricken für die Gesundheit

Stricken ist jetzt nicht gerade so das super Männerthema und ich überlegte an der Redaktionssitzung eine Millisekunde lang, ob ich nicht eine Frau aus unserem Team bitten sollte, dieses Interview zu machen! Gut, habe ich der Versuchung widerstanden! Der Besuch bei Monique Rohner im Casa Lana war äusserst interessant und inspirierend.

Tritt man ins Casa Lana, ist man sofort umgeben von Hunderten von Wollknäueln und Farben – eine bunte, wohlig warme Welt aus aller Welt Die Schafe, Alpacas und Ziegen, die hier ihre Wolle geliefert haben, weiden in Australien, Neuseeland und Südamerika. Nach dem Scheren kommen die Wallballen in die Wäscherei und werden anschliessend gekämmt Nach einer langen Reise gelangt das flauschige Vlies in eine Spinnerei – zum Beispiel nach Italien – wo es verarbeitet, eingefärbt und als Wollknäuel von einem Grosshändler (z.B. LANA GROSSA) aufgekauft wird. Dann gelangt die bunte Welt nach Biberist zu Monique Rohner. Dort wird Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein grossgeschrieben. Von Wolle aus Billiglohnländern hält die Geschäftsführerin nichts.

Handarbeiten wie Stricken, Sticken, Häkeln und Nähen lernte Monique Rohner schon vor dem Schuleintritt bei ihrer Grossmutter im Berner Jura. Dass sie in der Handarbeit fast alles besser konnte, forderte ihre Handarbeitslehrerinnen tüchtig heraus und zeichnete ihren späteren Weg vor. Mit Stricken erfüllte sie auch Träume: Wenn sich ihr Göttibub zum Beispiel einen Hund wünschte und keinen erhielt, strickte sie ihm wenigsten einen Pullover mit Hundemotiv.

Ein Leiden führt zur Leidenschaft

Eine schwere Rückenoperation in ihrer Kindheit zerstörte viele Berufsträume. Und so machte Monique Rohner eine KV-Lehre bei der Einwohnergemeinde Zuchwil, um einfach einen Beruf zu haben. Als junge Frau mit einem 3-jährigen Jungen wurde sie Witwe. Da kam ihr die KV-Lehre entgegen und sie konnte sofort einsteigen. Später arbeitete sie im ehemaligen ABM in Solothurn als Aushilfe in der Wollabteilung. Fachlich gefiel ihr das super, aber der Status «Aushilfe» wurde der initiativen Frau mit den quirligen Ideen nicht gerecht.

Ein weiterer Tiefschlag im Leben stellte dann die Weichen. Sie wurde mit 38 schwer krank und ihre Ärzte rieten ihr zu einer weniger stressigen Arbeit «Machen Sie, was sie schon lange möchten!», empfahl ihr ein Arzt.

Als sie eines Tages am leerstehenden kleinen «Hexenhüsli» beim heutigen Biberkreisel vorbeikam, fasste sie spontan den Entschluss: «Hier mache ich einen Wollenladen auf». Obwohl sie keine Erfahrung in Geschäftsführung keinen Businessplan und kaum Geld hatte, wagte sie den Schritt mit Unterstützung ihrer ganzen Familie. In ihrer optimistischen, leidenschaftlichen Art sagte sie sich: «Ich schaffe das schon!». Gesagt, getan. Am 29. März 1996 eröffnete sie das Casa Lana. Auf die Frage, ob das denn wirklich weniger stressig gewesen sei, meinte sie augenzwinkernd: «Vom Arbeitsvolumen her gesehen natürlich nicht Aber wenn man sein eigener Chef sein kann, ist alles viel motivierender».

Hochkonjunktur nach dem Hochwasser

2005 drohte das ganze Geschäft beim heranschwellenden Hochwasser in der Emme unterzugehen. In einer Blitzaktion mobilisierte Monique Rohner Freundinnen und Kundinnen und innert eines Nachmittags wurde alles in Säcken evakuiert und an der Hauptstrasse 34 deponiert. Dort an der Hausecke hatte sie ganz kurz zuvor das perfekte neue Ladenlokal gefunden. Dort blühte die «Wolllust» noch viel mehr auf.

Monique Rohner ist Handarbeiterin durch und durch. Natürlich gehören zur Geschäftsführung auch Einkauf, Logistik, Buchhaltung, Werbung, Raumpflege Aber ihre grösste Leidenschaft gehört dem Erschaffen von immer neuen Wollkreationen und der Beratung von Kundinnen. Während unseres Gesprächs stand sie mehreren Kundinnen die mich als Mann höflich erstaunt begrüssten mit Rat zur Seite. Die freundlich freundschaftliche Atmosphäre im Casa Lana berührte mich.

Monique Rohner ist weit mehr als «Wollverkäuferin»! Sie strickt auf Auftrag und Mass. Am Mittwochnachmittag veranstaltet, sie das Strickkafi.  Sie organisiert Vollmond-Stricknächte, Frühlings- und Herbstausstellungen und Flussreisen für strickende Frauen. Die informative Webseite www.casalana.ch und die PR Arbeiten werden von ihrem Lebenspartner Charley Schärli ausgeführt. Besonders freut Monique Rohner, dass immer mehr junge Frauen wieder zu den Stricknadeln greifen.

Ihr Credo zeigte sie mir schon in der ersten Minute in einem Stickheft: «Neuen wissenschaftlichen Studien zufolge wirkt Stricken gegen Stress, senkt den Blutdruck und reduziert das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Schlau macht Stricken auch: Es hilft die Gedanken zu sortieren und somit, bessere Entscheidungen zu treffen.»

Wir hätten bestimmt eine höhere Volksgesundheit und eine bessere Welt, wenn auch Männer stricken würden!

René Meier

Bericht aus «Biberister Kurier»

CASA LANA

Inhaber

MONIQUE ROHNER

Adresse

HAUPTSTRASSE 34

CH – 4562 BIBERIST

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